Frag Mutti Merkel (3): Fordern und Fördern

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Illustration: KI-generiert mit Craiyon (Craiyon.com)

In der Uckermark weht ein kalter Wind, der die Birken biegen lässt. Mutti Merkel sitzt am Küchentisch, die letzte Tasse Kamillentee dampft. Es ist still. Bis es wieder klingelt – einmal, zweimal, dreimal.

Und da steht er: Friedrich Merz, etwas kleiner, als er wirkt, die Schultern angespannt, der Blick nervös. „Angela… äh… Frau Merkel… wir müssen reden.“

Mutti lächelt trocken. „Herr Merz. Kommen Sie rein. Tee? Kekse?“

Merz nickt, setzt sich. Der Duft der Kamille breitet sich aus, beruhigt die Nerven. „Ich… die Migration… ich habe nachgedacht“, beginnt Merz.

Mutti rührt in ihrem Tee. „Herr Merz, Migration ist wie Kamillentee: zu heiß getrunken, brennt es; zu kalt, wirkt er nicht. Wir brauchen das richtige Maß.“

Merz nippt an seiner Tasse. „Ich… ich habe da so ein Konzept im Kopf… ‚Fordern und Fördern‘.“

Mutti zieht eine Augenbraue hoch. Das kommt ihr bekannt vor. „Dann erzählen Sie mal, Friedrich.“

Fordern und Fördern

Merz legt los. Ohne übertriebene Emotion, sachlich und lösungsorientiert. Mutti Merkel hört aufmerksam zu und denkt sich: Was dieser Kamillentee doch alles bewirken kann.

Merz stellt sein Konzept vor: „Wer Leistungen beantragt, muss zukünftig auch Leistung erbringen. Fortschritte in Sprache, Ausbildung oder Arbeit werden bezahlt, wer auf dem Sofa sitzt oder die Stadt unsicher macht – kein Geld!

Jetzt wird Deutsch gesprochen

Bei der Sprachausbildung verlassen wir uns zukünftig auf Sprachapps wie Duolingo. Da kann jeder im Internet den Fortschritt nachverfolgen und das ganze – völlig kostenlos. Wir sparen riesige Mengen an Geld (Personal, Räume). Und die Migranten können das sogar parallel zur Ausbildung machen. Und wer keine Fortschritte in der Sprache erzielt – kein Geld!

Jetzt wird gearbeitet

Bei der Ausbildung versuchen wir es mit einem Trick. Wir werben ausgebildete Migranten als Berufstrainer zur Ausbildung von Aushilfskräften an. Zum Beispiel für die Pflege, im Gaststättengewerbe, im Wohnungsbau. Das hilft beim Einstieg und die Migranten können schneller in bezahlte Arbeit kommen.

Und abends, nach der Ausbildung, bleibt noch Zeit für ein bisschen Sprachtraining. Wer sich richtig ins Zeug legt, kriegt auch mehr Geld. Und wer langweilig auf dem Sofa sitzt, kriegt kein Geld.

Was halten Sie davon Frau Merkel?“

Mutti lehnt sich zurück, nippt an ihrem Tee, und denkt bei sich: Manchmal reicht ein Tee, ein Plan und jemand, der zuhört. Mehr braucht es nicht.

Draußen in der Uckermark flüstern die Rehe wieder – nur diesmal hört man ein leises Klicken bei Merz, als hätte jemand verstanden, dass Abschreiben bei der AfD weniger bringt, als sich mal ein paar Minuten bei einer Tasse Tee zusammenzusetzen und sich eigene Gedanken zu machen.

Merz zu Hause

Später, daheim, steht Merz in seinem Büro, umgeben von Aktenbergen. Er atmet tief ein und sagt zu sich selbst: „Also… vielleicht hätte ich früher auf Frau Dr. Merkel hören sollen. Ein bisschen Fordern, ein bisschen Fördern… und ein Tässchen Kamillentee zwischendurch – das könnte sogar meinen Kollegen gefallen.“

Er lächelt, und man hört fast ein leises Kichern, als hätte die Uckermark selbst ihm einen Schubs gegeben.

Was ist mit Merz passiert? War’s die Beratung? War’s der Kamillentee? Wird er wiederkommen? Wie es weitergeht erfahrt ihr hier, spätestens in einer Woche.

Bleibt dran!

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3 Gedanken zu „Frag Mutti Merkel (3): Fordern und Fördern

  1. Herr Doktor, ich vermisse das (oder „den“?) Tag „wunderschöne Utopie“ in Ihrer Auflistung.
    Und … nun ja, nach dem feurigen Beginn und dem dramatischen Mittelstück ist Ihnen wohl ein bisschen die erzählerische Luft ausgegangen.

    1. PS: In Sachen Satire/Frag Mutti Merkel: Wenn man nichts hört, heißt das nicht, dass nichts passiert. Im Hintergrund laufen bereits Gespräche. Mit der Veröffentlichung von Ergebnissen kann spätestens am 3. Advent gerechnet werden. Ich habe verstanden es geht um einen Ruf zur Ordnung.

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