Gestern war Friedrich Merz in der ARD Arena. Ein Fragen Gewitter brach auf den Kanzler ein. Zum Beispiel die Frage, in welchem Handwerkerberuf sich der ehemalige „Klempner der Macht“ denn heute sehen würde. Merz überraschte: „Als Maurer“ oder: „als Gärtner“. Als „Maurer für das Haus Deutschland“. Was für ein Wandel!
Fragt sich bloß, ob er das Haus mauert oder die Mauer um das Haus herum?
Und dann noch so ein tiefsinniger Tipp aus MVP: Merz solle doch lieber mutvoll Reformen angehen, anstatt sich von Partikularinteressen leiten zu lassen.
Merz umschiffte die Anregung „ganz politisch“ – er will Rechtsstaatlichkeit, Sicherheit, Leistungsgesellschaft und Demokratie. Haben wir das nicht schon? Und die mutigen Reformen? Keine Antwort. Einfach umschifft das Problem mit ein bisschen allgemeinem Palaver. Das Rhetorik-Training hat offensichtlich geklappt (kritische Fragen einfach völlig an der Frage vorbei beantworten!), aber zu den Partikularinteressen… …nichts. Stille.
Dabei würde mich wirklich interessieren, was der Herr Merz so ganz tief drinnen denkt: Was ist wichtiger – die Interessen der Rüstungs-, Öl/Gas-, und Finanzindustrie oder die Misere im Sozialen Wohnungsbau? Oder das Thema Migration und die Spaltung der Gesellschaft? Oder die galoppierende Staatsverschuldung und die explodierenden Preise und Mieten?
Die Antwort kennt wahrscheinlich nur der Herr Merz allein. Er umschifft die „Partikularinteressen“ mit dem Zauberwort „Wirtschaftskrise“. Die Wirtschaftskrise hat Priorität 1. Und da VW das mit der Wirtschaft ja ziemlich versemmelt hat, hat er ein neues Lieblingsunternehmen: Rheinmetall. Verwenden wir das Steuergeld, das früher in die Forschung und Entwicklung bei VW floss, doch lieber für die Entwicklung von Panzern, Munition und sonstigen Waffen.
Ob er da nicht vielleicht schon wieder auf ein „totes Pferd“ setzt? Die Israelis haben es uns doch vorgemacht, wie heute Krieg geführt wird. Knöpfchen drücken und … Wumms. Erledigt alles die KI. Wumms. Und bald brauchen wir auch kein Knöpfchen mehr. Die KI kann das besser als der Mensch. Und hat nicht so viel Skrupel beim Töten. Präziser Schlag auf die Führungsstrukturen des Feindes. In Qatar hat das doch prima geklappt. Die Panzer hinterlassen einfach zu viele Kollateralschäden. Das ist schlecht für das Image.
Aber vielleicht hat der Merz bei Panzern ja auch an das Versprechen der Frau von der Leyen gedacht, das sie dem Trump gemacht hat. Ein bisschen Punkte sammeln bei der Reiterin von lebendigen Pferden. Die Frau von der Leyen hat dem Trump doch versprochen, dass wir für schlappe 750 Milliarden tanken wollen bei den Amis (alles peanuts!). Wer braucht denn den ganzen Sprit noch, wenn VW irgendwann doch noch einmal ein konkurrenzfähiges E-Auto entwickelt? So ein Panzer haut ja schon ein paar Hundert Liter Sprit in der Stunde durch. Dann können wir den Sprit wenigstens verbrauchen. Ich wusste doch, dass der Herr Merz Wirtschaft kann. Zumindest Kriegswirtschaft.
Aber zurück zum Anfang: Was ist er denn nun für ein Handwerker? Ein Klempner? Ein Maurermeister? Oder vielleicht doch kein Handwerker, sondern einfach nur ein von Partikularinteressen geleiteter Politiker? Jedenfalls ganz bestimmt kein Gärtner!
Entdecke mehr von HealthyPlanet4U
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.