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In der Uckermark ist es so ruhig, dass selbst die Rehe flüstern. Mutti Merkel sitzt am Küchentisch und trinkt Kamillentee. Der Tee, der Regierungskrisen von alleine verschwinden lässt und Hitzköpfe in Lämmer verwandelt.
Da klingelt es. Einmal. Zweimal. Dreimal.
So klingelt niemand, der nur nach dem Weg fragt. So klingelt jemand, der Rat braucht. Oder eine Umarmung. Oder beides. Mutti seufzt. „Na wer wird’s denn sein…?“
Und da steht er: Friedrich Merz, in voller Größe, ganz der politische Oberförster, aber mit einem Blick wie ein Dackel im Gewitter. „Guten Tag, Frau Dr. Merkel“, sagt er steif.
„Herr Merz“, antwortet Mutti Merkel freundlich, „kommen Sie doch rein, Sie sehen ja aus, als hätten Sie sich mit der ganzen Uckermark angelegt – und verloren. Sie können bestimmt eine Tasse Tee vertragen.“
Die erste Tasse Kamillentee
Merz setzt sich an den Küchentisch, aber so gerade, als hätte er einen Besenstil verschluckt. Mutti Merkel schenkt Tee ein. Die Kamille dampft. Alte Spannungen lösen sich in Luft auf. „Sie trinken doch Kamillentee, oder?“, fragt Mutti. „Ähm… natürlich“, sagt Merz. Man hört, dass er innerlich lieber einen Espresso intravenös hätte. Aber die Atmosphäre in Mutti’s Küche ist anders. Da gibt es Kamillentee und alles dauert ein bisschen länger als geplant.
Die zweite Tasse Kamillentee – Merz taut auf
Merz räuspert sich. „Frau Merkel… wegen der Migration… Sie wissen ja, wie’s läuft… …oder auch nicht läuft.“ Mutti schaut ihn an wie eine Großmutter, die längst ahnt, dass das Enkelkind wieder was angestellt hat.„Ach Herr Merz“, sagt sie, „wo drückt denn der Schuh?“ Merz starrt in die Tasse. „Ich versuche wirklich alles.“ „Ja“, sagt Mutti, „aber versuchen ist wie ‚Ich wollte eigentlich ins Fitnessstudio‘. Am Ende zählt, ob man hingegangen ist.“ Der Tee wirkt. Die Atmosphäre wird weich und Merz schmilzt dahin wie Butter in der Sonne.
Die dritte Tasse Kamillentee – Merz wird redselig und zutraulich
Mutti Merkel schenkt nach. Merz greift nach dem Tee und den selbst gebackenen Keksen – ohne dass Mutti ihn auffordern muss. „Frau Merkel… also… ich muss sagen… dieser Tee… der macht was mit mir. Haben Sie vielleicht auch Schokolade im Haus?“ „Na klar“, sagt Mutti wissend, „tun’s drei Tafeln für’s erste?“ Merz atmet tief ein. Dann platzt es aus ihm heraus: „Angela… meinen Sie, wir… könnten uns nicht vielleicht… äh… du sagen?“
Mutti Merkel hebt eine Augenbraue. Der Moment hängt in der Luft wie ein Pfurz nach dem Besuch eines schlechten Dönerladens. „Na schön, Friedrich“, sagt sie schließlich. „Aber nur, wenn Sie noch eine Tasse Tee trinken.“ Es wird spät, die beiden plaudern über dies und das und vergessen die Zeit und das Thema Migration. Plötzlich schreckt Merz auf: „Mist, Hochzeitstag, ich muss nach Hause.“
Merz vergisst die Zeit
Weitere drei Stunden später steigt Merz in sein Auto. Er wirkt leichter, jünger, fast beschwingt. Fast so, als hätte er auf einmal Lust, Probleme ruhig und gelassen anzugehen: mit Zuhören – statt mit dem rhetorischen Schneidbrenner. Mutti lehnt am Türrahmen, winkt ihm nach und nippt an ihrem Tee.
Was ist mit Merz passiert? War’s die Beratung? War’s der Kamillentee? Wird er wiederkommen? Wie es weitergeht erfahrt ihr hier in einer Woche.
P.S.: Ich habe den ersten Teil der Serie stark überarbeitet. Manchmal ist ein Keyword weniger doch besser. Und irgendwie hat auch bei mir die Merkel-Magic eingeschlagen. Wahrscheinlich ein Tässchen Kamillentee zu viel, aber darüber mehr in Teil 3. Der dritte Teil kommt noch vor dem zweiten Advent! Bleibt dran!
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Na, hoffen wir, dass die gelöste Stimmung beim Sauerlandblitz anhalten, er endlich begreifen wird, was Demokratie und Sozialstaat wirklich bedeuten, und dass er in Zukunft nicht mehr zielsicher auf jedes Fettnäpfchen zusteuert… Aber ganz ehrlich – ich fürchte, dass die gelöste Stimmung beim Fritze nicht allzu lange anhalten wird.
Sie hier, Frau Martha – welche Freude!
Ich denke auch, dass allein Kamillentee am Küchentisch (wer zum Geier war das noch mit dem Besuch am Küchentisch? Irgend son Politiker, aber nicht Merkel/Merz, … hübscher, jünger, sympathischer … und politisch mehr auf meiner Wellenlänge) die Probleme der Republik nicht lösen werden. Mit dem neu erworbenen Soft-Skill „Zuhören“ ist dem Arnsberger Sendemast schon eine wesentliche Steigerung gelungen. Als nächstes muss er aber dringend die Maurerbrigade bestellen und dieses viel-zu-viel-zitierte Bauwerk flicken lassen. Und verstärken. Da könnte er ja schon mal damit anfangen, Flüchtlingen Arbeit für Lohn und Kühlschrankinhalt zu geben.
Ich hab da noch n paar andere Dinge auf der 4M-Liste (4M = „Müsste Merz Mal Machen“), aber das würde hier zu weit führen.
Wahrscheinlich verfass ich nen Beitrag ähnlich meiner ersten Amtshandlung nach Übernahme der Regierungsverantwortung https://vorgarten2969157.garden/2024/11/24/die-erste-amtshandlung/ – neenee, zu dieser Übernahme kam es nicht, obwohl mein Konzept hieb- und stichfest und absolut super war. Meine Partei hatte zu wenig Stimmen und für eine rot-grün-orange-rote Koalition mit Kanzlerin der kleinsten beteiligten Fraktion (also mir) fehlte den anderen der Mut. Vielleicht beim nächsten Mal.