Illustration: KI-generiert mit Craiyon (Craiyon.com)
Mutti sitzt bei Kerzenlicht in der Küche
Als Mutti noch Kanzler war, da war noch alles anders. Mutti Merkel hätte nicht wie Merz bei der AfD geklaut, nein, die hätte weiter bei den Grünen abgeschrieben. Das hätte doch nie jemand gedacht: Die Mutti stellt die AKWs ab und hockt jetzt bei Kerzenlicht in der Küche (ist ja eigentlich auch normal im Advent).
Als 2015 tausende Flüchtlinge Hilfe brauchten, hat Mutti Merkel die Tür bei sich zu Hause weit aufgemacht. War das vielleicht ein bisschen zu weit? Wir wissen es nicht. War das Haus überhaupt aufgeräumt? Und was haben die anderen (heimischen) Kinder dazu gesagt?
Bei Mutti gilt: Abwarten und Kamillentee trinken
Wenn bei Mutti Merkel einer klingelt, darf er auch rein. Und kriegt erst mal einen… Kamillentee. Und so kam es, dass die Bude voll wurde. Aber da kamen nicht nur 2 oder 3 Flüchtlinge (je nachdem wie man zählt), es kamen Tausende und aber Tausende. In Mutti’s Küche – kaum noch ein Stehplatz. Und was sagen Mutti’s heimische Kinder? Die Ossis? Die Wessis?
Die heimischen Kinder waren, wie sich sehr bald herausstellte, eher weniger begeistert. Besonders die Ossis, aber zunehmend auch die Wessis – mokierten sich darüber, dass die neuen Gäste außer Durst auch Hunger hatten. Die brauchten ja auch was zu knabbern. Dann haben die Ossis die Ärmel hochgekrempelt und „Hausrecht!“ gerufen. Da ging die Migrations-Krise los.
Ein Bayer haut die Küchentür wieder zu
Mutti hat sich dann irgendwann einen Rausschmeißer ins Haus geholt. Den damaligen Oberindianer der Bayern, ein Herr Seehofer. Den haben die Bayern ja inzwischen auch in die Rente geschickt. Ein gewisser Herr Söder hat an seinem Küchenstuhl gesägt. Aber der Herr Seehofer, der hat die Küchentür vorher wieder zugehauen. Mit der Obergrenze. Aber irgendwie zog es immer noch in Mutti’s Küche. Der Sturm wollte einfach nicht aufhören. Und bei Mutti zu Hause – erst das Gästezimmer, dann Doppelbelegung im Kinderzimmer und schließlich war Mutti‘s Keller ruck zuck überbelegt.
Die Migrationskrise
Das gab dann Streit. Die heimischen Kinder waren mit Mutti nicht mehr einverstanden. Mit der Zeit wuchs sich der Streit zu einer ordentlichen Krise aus. Die Migrationskrise. Und fast hätten die Ossis (und auch ein paar Wessis) Mutti noch vor der Rente zurück in die Uckermark geschickt. So richtig vorbei ist der Streit bis heute nicht. Mutti ist inzwischen in Rente, trinkt Kamillentee in der Uckermark und strickt Socken. Der neue Chefkoch in der Bundesküche ist der Herr Merz.
Mann, das hat er sich schon so lange gewünscht. Aber so richtig ein Rezept zur Lösung der Probleme hat er – bis jetzt jedenfalls – nicht. Im Gegenteil, die Probleme scheinen größer und jünger zu werden.
Muttis Kinder, ich meine jetzt die heimischen, die Deutschen, haben sich in der Zwischenzeit organisiert – in einer eigenen Partei. Die AfD ist abgegangen wie ein Zäpfchen mit Düsenantrieb und hat die Jugend gleich mit auf die Barrikaden genommen. Gegen die fremden Kinder, also ich meine jetzt die Migranten. Aber die sitzen immer noch bei Mutti im Keller und knabbern an den Wintervorräten.
Das Stadtbild
Der Merz versucht jetzt seit einiger Zeit zumindest die Migranten aus dem Keller ins Flugzeug zu kriegen, aber so gut klappt das auch nicht. Wenn er sie abholen will, sind die gerade spazieren oder haben Kirchenasyl oder arbeiten. Ja, einige arbeiten und der Merz will sie trotzdem ins Flugzeug stecken. Von wegen Stadtbild und so.
Anstatt mal ein Machtwort zu sprechen und zu sagen: „Ihr dürft ja hier wohnen bleiben, auch so lange ihr wollt, aber ihr müsst den Kühlschrank wieder auffüllen, wenn ihr schon was rausnehmt. Und … wer sich nicht benimmt, der fliegt! Und zwar achtkantig und im Düsentempo! Wer arbeitet, darf bleiben.“
Arbeitsmigration
Das wär‘ doch mal was. Dann hätten wir statt Wirtschaftsflüchtlinge auf einmal Arbeitsmigration. Statt Fachkräftemangel. Ist das dann immer noch eine Krise? Dann wäre der Kühlschrank auf einmal wieder voll. Und die Migranten wären -zumindest tagsüber- bei der Arbeit. Sonst sitzen die alle doch nur zu Hause, schauen auf Youtube Videos an und kommen auf komische Gedanken. Und auf dem Sofa sitzen ja schon die heimischen Arbeitsflüchtlinge. Die wollen auch mal Youtube gucken, aber einen anderen Kanal.
Wenn die Migranten normal zur Arbeit gehen, so wie jeder andere Heimische, ist das Sofa wieder frei und der Kühlschrank ist voll. Sogar voller als vorher. Wäre das nichts?
Aber – nix passiert. Beim Amt ist weiter Schlange. Die Sozialhilfe Empfänger sehen schon rot, wenn in 1 km Umkreis vom Amt ein Schwarzhaariger rumläuft. Das passt nicht ins Stadtbild! Und auf dem Amt – da erst recht! Da sitzen die Schwarzhaarigen schon ab 7 Uhr in der Frühe vor der Eingangstür. Um 11 Uhr, wenn die Heimischen kommen, ist da richtig Polonaise. Das dauuuuert dann. Und dann können die auch noch kein Deutsch.
Die Migrations – Bürokratie
Und diese Beamten. Wie lange die für einen einzigen Migranten brauchen. Und noch ein Formular. Manchmal denkt man die tippen den Asylantrag mit der Schreibmaschine und korrigieren die Fehler mit Tipp-ex. Oder sie lassen den Antrag gleich in „Ablage P“ verschwinden. „P“ wie Papierkorb. Und dann müssen sie leider noch einen neuen Antrag ausfüllen.
Ist das nicht eine Sauerei? Die Heimischen müssen warten, während die Migranten auch noch eine Sonderbehandlung kriegen. Und was ist, wenn eines Tages der Kühlschrank ganz leer ist, weil die Migranten die Bude stürmen? Dann kriegen die Heimischen nichts zu knabbern. Und das wollen die nicht. Kann man ja auch irgendwie verstehen.
Deutschland in der Dauerkrise
Und jetzt? Jetzt haben wir den Salat: Deutschland in der Dauerkrise. Migrationskrise. Wirtschaftskrise, Schuldenkrise. Rentenkrise. Kriegskrise. Wer hätte das zu Mutti’s Zeiten erwartet? Da kam noch der Strom aus der Steckdose und das Gas aus Nordstream 1. Aber das wollte der Trump ja nicht. Und die Ukraine auch nicht.
Hätte, hätte, Fahrradkette
Vielleicht hätten die Vorratstöpfe ja damals sogar für alle gereicht? Wenn die Flüchtlinge nicht nur Stütze sondern auch Arbeit gekriegt hätten? Können doch den Wald aufräumen oder Pflegearbeit leisten. Oder im Straßenbau. Da sieht man doch auch jetzt schon so viele Schwarzhaarige. Jedenfalls vor der Zollkontrolle. Wenn der Zoll da ist, sind sie alle weg oder haben ihren Pass verloren.
Warum können die nicht arbeiten wie jeder andere? So, wie es jetzt ist, kann es jedenfalls nicht bleiben. Wenn die gleich arbeiten würden, so richtig gegen Stundenlohn, dann würden die Migranten jetzt schon in die Rentenkasse einzahlen. Und teurer wär das auch nicht als Stütze. Und der deutsche Wald wäre sauber. Naja, hätte, hätte, Fahrradkette.
Kasse leer
Jetzt haben wir für ein paar Jahrzehnte sowieso kein Geld mehr – das kriegt nämlich alles die Rüstungsindustrie. Dann schauen die Heimischen nämlich auch bald in die Röhre. Und zwar in die leere Backröhre. Kasse leer. Nichts mit Weihnachtsgans. Nicht wegen Migranten. Wegen Panzern. Am Hintereingang vom Bundestag gibt es nämlich einen Geheimeingang. Direkt ins Büro von Klingbeil. Und jetzt fahren Klingbeil und Merz mit einem goldenen Panzer zur Arbeit. Mit Verbrenner aus ist jedenfalls erst einmal aus. Vielleicht funktioniert der Leopard ja auch mit e-fuels. Das ist echte Innovation nach dem Geschmack von Merz.
Frag Mutti Merkel, Merz
Vielleicht sollte der Merz doch mal lieber die Mutti fragen, was die machen würde an seiner Stelle. Kann dem das bitte mal jemand sagen?
Das war Teil 1 der neuen Serie: „Frag Mutti Merkel“. Womit Mutti Merkel sich in der Küche beschäftigt und ob der Merz sich erweichen lässt jemanden anders um Rat zu fragen oder sogar zuzuhören – das erfahrt ihr in Teil 2 von Frag Mutti Merkel. Teil 2 Kommt noch vor dem zweiten Advent.
Demnächst (noch dieses Jahr!) könnt ihr hier auf dem Blog auch eure politische Meinung zu der Frage, wie wir die Migrationskrise lösen sollten, in die Kommentare schreiben.
Bringt eure eigenen Lösungsvorschläge zum Thema Migration in die politische Debatte ein! Noch vor Silvester erscheint in der etwas formelleren Ecke „Politik“ ein Beitrag mit konkreten Ideen zu:
„Dauerkrise in Deutschland: Migration“
Dort könnt ihr euren Wutpegel in konstruktive Vorschläge kanalisieren.
Bis dahin – bleibt dran und bleibt munter! Und trinkt Kamillentee! Das hilft! Wetten?
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Lieber Martin,
Ich finde es grundsätzlich in Ordnung, dass du das Thema Migration hier ansprichst.
Allerdings habe ich persönlich Schwierigkeiten mit der gewählten Sprache in diesem Text.
Begriffe wie „Mutti“ und die sehr lockere Art empfinde ich als unpassend für dieses Thema.
Meiner Meinung nach macht es dieser Stil sehr schwer, wirklich ernsthaft und konstruktiv darüber zu diskutieren.
Ich bin aber gespannt auf den angekündigten sachlichen Beitrag im Politik-Bereich.
Lieber Marc,
danke für den Hinweis. Und danke auch, dass Du den angekündigten Lösungsimpuls lesen wirst. Ich stimme Dir zu: das Thema Migration braucht eine ernsthafte, breite, kritische, offene Diskussion. Alle müssen gehört werden, damit Konsens entstehen kann.
Bzgl. Deines Kommentars zu Frau Dr. Merkel: Bei euch in München herrscht einfach ein „anderer Ton“ gegenüber Autoritäten. Das musste ich auch schmerzlich vor vielen, vielen Jahren als Zivildienstleistender lernen. Ober sticht unter.
Hier im Norden sind wir da etwas „lockerer“. Da Frau Dr. Merkel ja aber auch ein Nordlicht ist, könnte ich mir vorstellen, dass Sie diese lustig gemeinte Serie mit einem Schmunzeln bei einer Tasse Kamillentee liest. Sie wird bestimmt zwischen den Zeilen lesen, dass ich sie sehr schätze.
Herzlicher Gruß nach München,
Martin
Also mal ganz ernsthaft, lieber Martin und liebe alle hier:
ich glaube kaum, dass irgendjemand freiwillig, ohne große Not und einfach nur so zum Spaß sein Land – seine Herkunft, seine Heimat, seine Familie und seine Freunde – verläßt und alles, was ihm oder ihr lieb und teuer war und ist, hinter sich läßt um in einem – auch metaphorisch gesprochen – kalten Land wie Deutschland an den ach so tollen „Wintervorräten“ der Deutschen zu knabbern und zu naschen, sprich, um sich zu bereichern.
Das halte ich für einen großen und gefährlichen Irrtum und schlichtweg für Unfug.
Flüchtlinge flüchten nicht ohne Not. Und sie aufzunehmen halte ich für unbedingt notwendig. Und was ich hier schreibe ist nicht nur graue Theorie. Vor drei Jahren haben mein Mann und ich, gemeinsam mit unseren Söhnen Flüchtlinge in unser Haus (in München) aufgenommen, Katya und Ksenia aus der Ukraine, die seither bei uns leben. Wir kommen sehr gut miteinander aus, haben es noch keinen Tag lang bereuht, die beiden hier bei uns zu haben und wir würden es jederzeit wieder so machen. Und das ist mehr als nur ein Akt der Nächtenliebe, es ist, so finde ich jedenfalls auch ein Akt der Menschlichkeit und der Vernunft. Und sollte hierzulande mal ein Krieg ausbrechen, was ja gar nicht so unwahrscheinlich ist, dann würden wir uns schließlich auch freuen, wenn uns jemand in einem anderen Land bei sich aufnehmen würde… sollte es uns überhaupt gelingen, rechtzeitig zu flüchten.
Herzliche Grüße, Hannah
PS Vielleicht sollte man sich mal etwas eingehender mit den Lebensgeschichten einzelner Flüchtlinge befassen… dann würde man erstaunliche Dinge erfahren! Und dann wäre Nächstenliebe vielleicht mehr als ein hübsch klingendes Wort oder eine Floskel.
Liebe Hannah,
In ein paar Wochen beginnt die Diskussion mit Erarbeitung von Lösungen. Ich würde mich freuen, wenn Du daran teilnimmst.
Bei Frag’ Mutti Merkel geht es darum Lachmuskeln zu trainieren 💪 damit wir später entspannt genug sind, um das Thema ernsthaft und lösungsorientiert angehen zu können. Und auch darum Aufmerksamkeit zu bekommen.
In der Blase herrscht Friede, Freude, Eierkuchen. Genau das ist das Problem: Wir bleiben unter uns und verurteilen die anderen. Das spaltet die Gesellschaft. Wir müssen wieder lernen konträre Positionen anzuhören und versuchen zu verstehen, was den anderen bewegt – ohne ihn zu verurteilen. Genau das klappt gerade nicht.
Menschen mit unterschiedlichen Meinungen reden nicht miteinander sondern übereinander.
Herzlicher Gruß, Martin
Da hast du recht, lieber Martin.
Wir sollten versuchen, einander zu verstehen und wir sollten mit einander und nicht übereinander sprechen.
Heute früh (sehr früh, eigentlich war es eher noch nacht) habe ich mich hingesetzt und ein Gedicht geschrieben, um meine Wut auf Menschen zu verarbeiten, die ich hier mal Wutbürger nennen möchte… denn wenn ich überhaupt wütend werde, dann auf das so genannte Wutbürgertum, das den (in und aus größter Not heraus) zu uns geflüchteten Menschen noch nicht einmal das Wenige zu gönnen schreint, das ihnen übrig geblieben ist. Und viel ist das in den allermeisten Fällen weiß Gott nicht. Nun habe ich also dieses Gedicht geschrieben und es „Freie Liebe“ genannt, wobei ich mit frei hier in erster Linie freigiebig meinte. Du kannst es ja mal lesen wenn du magst, aber es muss natürlich auch nicht sein… und du kannst diesen Kommentar hier frei schalten oder auch nicht und auch den link zum Gedicht kannst du natürlich löschen, wenn du magst (falls du den Kommentar frei schalten möchtest aber nicht den link).
Ich möchte dir damit unter anderem zeigen, dass ich mich ernsthaft mit dem Probem meiner eigenen Wut und meines eigenen Unverständnisses auseinanderzusetzen versuche… und ich glaube, für heute ist es mir ganz gut gelungen… ; )
Liebe Grüße, Hannah
Liebe Hannah,
Ich höre Dich, obwohl der Kommentar (wahrscheinlich wegen des links) bei mir zunächst im Spam gelandet ist. Ich habe ihn also eher „zufällig“ gefunden. Auch bei mir sind die Tage im Moment sehr lang und Zeit ist knapp. Ich schaffe es im Moment deswegen kaum „Gegenbesuche@ und likes zu machen. Ich würde mich freuen, wenn Du trotzdem dabei bleiben könntest.
HealthyPlanet4u
PS Das mit der Wut kann ich nachvollziehen. Es ist auch okay für mich Dampf abzulassen, wenn der Respekt gewahrt bleibt. Heb‘ Dir noch ein bisschen Wut auf, damit, wenn ich in wenigen Wochen den Lösungsimpuls zur Migrationskrise veröffentliche, nicht nur Wutbürger Dampf ablassen. Einverstanden?
Respekt dafür, dass Sie ihr Haus geöffnet haben!! Und vielen Dank im Namen der Deutschen. Bessere Werbung kann es nicht geben.
Nun habe ich dir gerade einen langen Kommentar geschrieben, keine Ahnung, ob er bei dir angekommen ist, lieber Martin. Ich hoffe, ich habe ihn nicht umsonst geschrieben. Herzliche Grüße, Hannah
Bei dem Typen ganz hinten links im Titelbild war die ki wohl am Ende ihrer i angelangt, he?